Coswig Kirche ( 8)

Coswig: St. Nicolai Kirche

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Wo die Kirche viele Türen hat

Es ist kein Spitzname, sondern Tatsache: „Kirche mit den vielen Türen“. Die Coswiger St. Nicolai-Kirche hat viele Türen: Nicht nur die Fürsten hatten ihre eigene Kirchentüre, sondern auch die wohlhabenden Bewohner der Stadt. Die Türen scheinen bestimmten Bevölkerungsgruppen zugeteilt gewesen zu sein. So wurde nicht erst in der Kirche eingeteilt, sondern bereits vor den Türen der Kirche die Stellung und Bedeutung der Kirchgänger demonstriert.
Im Jahr 1150 wurde der Bau der dreischiffigen Hallenkirche im romanischen Stil begonnen. Das ist gut zu erkennen, das Fundament der romanischen Rundbogenapsis hat man im Fußboden des Chorraumes markiert. Zu romanischen Zeiten hatte die Kirche nur einen Eingang an der Breitseite.
1272 wurde sie Klosterkirche und gehörte zum Augustiner-Nonnenkloster. Nun stand die Gotik auf dem Architekturplan. Die Kirche erhielt einen geraden geschlossenen gotischen Langchor mit drei Kreuzrippengewölben.
Der einzige, quadratische Turm der Kirche wurde mehrmals umgebaut. Unten blieb er romanisch; oben geht er in eine achteckige Form über. Dort befand sich früher die Türmerstube. Darüber ein Umgang, von dem man einen faszinierenden, weiten Ausblick über die Elbauen in das Dessau-Wörlitzer Gartenreich genießt.
Die Reformation schlug 1527 zu, das Kloster wurde aufgelöst und die Klosterkirche evangelische Stadtkirche. Die Nebentüren (wahrscheinlich) geschlossen.
Im Schmalkaldischen und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche mehrfach zerstört, wie das so war – und unverzagt wieder aufgebaut. So herrschen heute der Renaissance-und der Barock-Stil vor.
Am Ende des 16. Jahrhunderts tobten sich die Zwickauer Bilderstürmer aus. Dem fiel ein Schnitzaltar zum Opfer. Zu verwundern ist, dass aus der Schaffenszeit Lucas Cranach des Jüngeren drei wunderbare Bildwerke die Unruhen überdauert haben.

Die Kirche befindet sich Am Markt 1, mitten im Zentrum von Coswig. Wenn man von Coswig nach Dessau fahren will oder umgekehrt, nimmt man die K2376. An der Elbe muss man mit einer Gier-Fähre gemütlich übersetzen und kann dann bequem durch die Elbauen fahren.

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