Eisleben Taufkirche (21)

Eisleben: St. Petri Taufkirche

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Wo Taufe gefeiert wird

Für Martin Luther war die Erinnerung an die Taufe entscheidend als Ermutigung in Zeiten der Anfechtung: „Baptizatus sum!“ Ich bin getauft. Seine Eltern wohnten nur vorübergehend bei Verwandten in Eisleben und Martin wurde sozusagen auf der Durchreise geboren. Am Martinstag wurde er von Pfarrer Bartholomäus Rennbrecher in der Pfarrkirche St.-Petri-Pauli auf den Namen des Tagesheiligen getauft. Eintragungen darüber gibt es nicht, es gab noch keine Kirchenbücher.
Die St.-Petri-Pauli-Kirche wurde im Jahr 1333 erstmals erwähnt, damals als Petrus-Kirche, nach 1367 erhielt die Kirche und Gemeinde einen Zweitpatron, den Apostel Paulus. Die heutige Kirche ist ein Neubau: Der Westturm wurde 1474 vollendet, der Kirchenkorpus 1513. Somit wurde Luther zwar in dieser Kirche nicht getauft, aber er hat sie noch so erlebt.
Die St.-Petri-Pauli-Kirche ist einfach und schlicht und umso beeindruckender: eine dreischiffige Hallenkirche. Mittelpunkt ist der Taufbrunnen im Fußboden des Mittelschiffs, das bei der Neugestaltung 2010–2012 eingepasst wurde. Von ihm aus gehen konzentrische Kreise als Pflastermuster durch den gesamten Kirchenraum. Sie symbolisieren das Taufgedächtnis. Daneben steht vollkommen unauffällig ein schlichtes Taufbecken, neugotisch im Stil. Einer lateinischen Inschrift im Kesselkranz entnehmen wir, dass „dies die Reste des Taufsteins sind, in dem der selige Martin Luther im Jahr 1483 getauft wurde“. Der Originaltaufstein wurde beim Umbau um 1486 aus der Kirche entfernt. Im 18. Jahrhundert wurde er wiederentdeckt.
Die Kirche ist eine Themenkirche. Es geht um die Taufe. Sie wird hier in verschiedenen Formen zelebriert. Insbesondere sind auch Erwachsenentaufen möglich und üblich. Im Taufbrunnen kann man untertauchen.
Luther hat nicht lange in Eisleben gelebt, aber es lag an seiner Taufe, dass er immer wieder bekannte: „Mein Vaterland war Eisleben.“

Man muss ein wenig nach ihr suchen. Selbst den mächtigen Turm der Petrikirche sieht man nicht sofort. Die Kirche ist eng umgeben von Wohnhäusern. Für Autofahrer führt nur eine Straße zu ihr hin: die Seminarstraße. Sie führt an Luthers Geburtshaus vorbei. Die Kirche selbst befindet sich am Petrikirchplatz.

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