Eisleben Sterbehaus (2)

Eisleben: Sterbehaus

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Wo man im falschen Haus gedenkt

Das müssen die Eislebener aushalten.
Das Haus am Andreasplatz 7, ein zweigeschossiges Gebäude mit einem steilen Satteldach, erwarb die Stadt Eisleben 1862. Weil der Chronist Eusebius Francke im Jahre 1726 die Häuser von Barthel Drachstedt und dessen Vater Dr. Philipp Drachstedt verwechselte. Pech.
Heute sind sich die Historiker einig, dass Martin Luther am 18. Februar 1546 im Haus Am Markt 56 verstarb, das damals vom Stadtschreiber Johann Albrecht bewohnt wurde. Heute befindet sich das „Hotel Graf Mansfeld“ in dem Gebäude. Das ist irgendwie das historisch bedeutendere Haus, denn auch früher hat Luther in dem Gasthaus bereits übernachtet. Heute wirbt das Hotel mit dem Ausspruch: „Gastlichkeit im Herzen der Stadt: Seit 1501“
Im Haus Am Andreasplatz 7 hat man jedoch ein Museum eingerichtet. Dieses trägt den Namen: „Luthers Sterbehaus“. Fakt ist, dass am 28. Januar 1546 der Reformator nach Eisleben eilte, um Streitigkeiten der Mansfelder Grafen zu schlichten. Anscheinend war Luther bereits krank und schwächlich. Dennoch ließ er sich von seinen Aufgaben nicht abbringen und führte die Verhandlungen erfolgreich zu Ende. In der Nacht vom 17. zum 18. Februar starb Martin Luther im Alter von 62 Jahren in Eisleben.
Zwei Jahre hat man das Haus behutsam renoviert und einen modernen betongestylten Neubau hinzugefügt, dem man eine gewisse architektonische Raffinesse nicht absprechen kann. Im Inneren hat man sehr einfühlsam Luthers Leben mit dem Schwerpunkt des Alterns und Sterbens dargestellt und ausgestellt. Der Besuch wird zum Genuss. Zitate lassen Luthers Persönlichkeit erkennen: Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.
Deshalb begeben wir uns nach dem Museumsbesuch ins historisch exakte Sterbehaus und nehmen ein Bier oder einen Kaffee zu uns. Und gedenken Luther.

Luthers Sterbehaus (das Museum) befindet sich oberhalb des Marktes, gegenüber der St. Andreaskirche. Etwas weiter unten, direkt am Markt, steht das Hotel Graf Mansfeld, das authentische Sterbehaus. Auf dem Marktplatz schließlich steht das Lutherdenkmal. Viel Luther an einem Ort.

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