Eisleben Andreaskirche (10)

Eisleben: St. Andreaskirche

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Wo Luther machtvoll predigte

Gibt es eine Lieblings-Predigtkirche? Warum nicht. Für Luther war es die St. Andreas-Kirche in Eisleben. Er schwärmte von der bequemen Kanzel, dem angenehm temperierten Raum und von der Akustik. Sie passe bestens zu seiner Bariton-Stimme. Auch wenn man Luthers Stimme nicht kennt, kann man sich dies gut vorstellen.
Sie ist das dominante Bauwerk am Markt und in der ganzen Altstadt. Sie hat drei spätgotische Türme. Die gotische Halle mit dreischiffigem Chor ist mächtig und imponierend. Langhaus und Chor werden von einem hohen Satteldach zusammengefasst. Weite Bögen, hohe Seitenschiffe, ein Kreuzgewölbe im Hauptschiff bestimmen das Innere. Luther steht auf der Kanzel und beschwört die Menschen im Kirchenraum, die dicht gedrängt stehen. Mann an Mann, Frau an Frau. Kirchenbänke gab es damals keine.
Die Türme entstanden nacheinander im 15. Jahrhundert. Der mächtigste gilt als Wahrzeichen der städtischen Macht. Er wurde allerdings erst 1723 fertig gestellt. Er trägt die Kirchturmuhr und die drei Glocken.
Luther führte im Laufe der Zeit in dieser Kirche zwei Pfarrer in ihr Amt ein, hielt in der Zeit vom 31. Januar bis zum 15. Februar 1546 seine vier letzten Predigten.
Und schließlich wurde am 19. Februar der tote Reformator hier aufgebahrt, ehe er nach Halle und dann in die Schlosskirche nach Wittenberg überführt wurde.
Sie ist die Grabkirche der Mansfelder Grafen. Deshalb gibt es viele bedeutende Gräber und Grabplatten. Die Kanzel mit ihren gemalten Heiligengestalten und Arabesken soll die Lutherkanzel sein. Bis vor 100 Jahren wurde auf dieser Kanzel nur vier Mal im Jahr gepredigt: Geburtstag, Sterbetag, Reformationstag und am Tag der Augsburger Konfession. Sonst wurde von der Kanzel am Nebenpfeiler gepredigt, die allerdings 1877 abgerissen wurde. Die Treppe wurde bequemer gestaltet, der Schalldeckel ist neuer. Ansonsten Luther pur.

Die St. Andreaskirche steht am Markt und dominiert Platz und Altstadt. Der Zugang ist oben. Zum Markt hin streckt sich ihre Rückseite. Auf dem Markt, Rücken an Rücken das Martin Luther Denkmal zu seiner Kirche.

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