Bernburg St. Marien ( 7)

Bernburg: Marienkirche

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Wo Maria die Patin war

Nomen est omen: Die Kirche ist der Jungfrau Maria gewidmet. Sie kann noch mit mehr Namen aufwarten: “Altstädter Kirche”, “Stadtkirche”, “Kathedralkirche von Anhalt-Bernburg”, “Unse lewe Fruwen Kerke to Berneborch”.
Der Kirche war eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte zugedacht. Historisches Datum: In ihr wurde 1526 die Reformation verkündet. Landesherr Fürst Wolfgang ließ sich bekehren und die Untertanen hatten zu folgen. Man feierte das erste evangelische Abendmahl (in zweifacher Gestalt) in der Marienkirche. Man nahm dies zum Anlass, um die Einrichtung evangelisch zu gestalten: 1533 wurde die hölzerne Kanzel aufgestellt, Emporen eingezogen und eine neue Orgel bestellt. Die Kanzel zentral, Mittelpunkt für die Predigt. Viele Gläubige drängten in die Kirche. Die Gottesdienste waren gut besucht.
Um 1600 wurde das Luthertum durch den Calvinismus abgelöst. Sie führten die Schlichtheit ein und warfen fünf Altäre hinaus, zeitweise auch die Orgel und andere Gegenstände. Gut, dass man gleich alles vernichtet. 1820 änderte sich das Bekenntnis: Nun galt uniert.
Die Einstellung zur Kirche hat sich seitdem gewandelt, besonders in ostdeutschen Landen. Lehre und damit die Bauten rückten fast an den Rand der Gesellschaft. Trotz Gemeindefusionen gibt es in der Talstadtgemeinde nicht mehr als 950 Gemeindemitglieder. Die Marienkirche prägt dennoch wie eh und je das Stadtbild. Sie wirkt heute überdimensioniert und wird als „gute Herausforderung“ bezeichnet
In der ehemaligen Türmerstube gab es einen Aufzug. Zu den Aufgaben des Türmers gehörte auch das Aufziehen der Uhr und das Läuten morgens um 4, mittags um 11 und abends um 20 Uhr. Heute können Besucher die ca. 150 Stufen hochsteigen und einen Rundblick über die Stadt bis hin zum Schloss genießen. Nicht auf dem Kirchrum, aber auf dem romanischen Bergfried arbeitete einst Till Eulenspiegel nach seiner Art als Turmbläser.

 

Die Marienkirche befindet sich in der Breiten Straße. Bernburg hat eine reiche Vergangenheit und ist Kulturerbestadt der UNESCO. Unbedingt das Renaissanceschloss besuchen mit Museum, Bärengehege, Schlossterrasse und einem Panorama-Schlossrundweg: Andreas-Günther-Weg

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