Wittenberg Stadtkirche (19)

Wittenberg: Schlosskirche

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Wo alles begann: 95 Thesen an der Schlosstüre

Man kann ihn einfach nicht übersehen. 88 Meter hoch und schlank ist der runde Schlosskirchturm. Er trägt eine filigrane, neugotische Turmhaube. Genau darunter befindet sich ein Spruchband aus Mosaiksteinen. Die metergroßen Buchstaben formen die ersten Worte eines Kirchenliedes, das Martin Luther selbst gedichtet hat: „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“. Das Schloss selbst ist eher unscheinbar, die Schlosskirche der eigentliche historische Star. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte der bis dahin nahezu unbekannte Wittenberger Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen an der Haupttüre der Kirche. Damit veränderte er die Welt.
Es gab schon früher eine Kapelle. Aber erst Kurfürst Friedrich der Weise erbaut 1489 bis 1509 das Residenzschloss und die Schlosskirche. Schon 1507 zieht die Universität in die Kirche ein und nutzt sie als Auditorium. Martin Luther predigt und lehrt häufig in der Kirche. Ein wichtiges Jahr: 1525 wird der evangelische Gottesdienst eingeführt. 1546 stirbt Martin Luther und wird in der Kirche begraben, wie auch sein Mitstreiter Philip Melanchton (1560).
Zurück zum Turm: Einst war er Schlossturm. 1770 errichtete man nach einem schlimmen Beschuss im Siebenjährigen Krieg die Kirche wieder und baute den Schlossturm zum Kirchenturm um. Die heutige neogotische Architektur verdanken Kirche und Turm Erneuerung in den Jahren 1883 bis 1892, ebenso die Haube des Schlosskirchturms. Luther hätte den Bau nicht erkannt.
Zur Kirche gehört auch eine Gemeinde, die Schlosskirchengemeinde, 1949 gegründet. Sie ist gerade 110 (oder so) Mitglieder stark. Aber die Schlosskirche in Wittenberg gehört allen Menschen. Sie sind eingeladen zu den Gottesdiensten: jeden Sonntag um 10.00 Uhr, an jedem 1. Sonntag im Monat Abendmahlgottesdienst. Das historische Flair gibt es dazu.
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1517: Am 31. Oktober veröffentlichten der Wittenberger Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen am Haupttor der Kirche.

Das Schloss steht unübersehbar am Schlossplatz. Es ist der Eingang zur Altstadt. Von ihm führt die Schlossstraße an all den historischen Gebäuden vorbei.

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