Wittenberg Cranach Haus (14)

Wittenberg: Cranach-Hof

Kommentare 0
Orte, Personen

Wo heute noch gemalt wird

Ohne ihn geht es nicht. Lucas Cranach der Ältere wurde 1505 von Kurfürst Friedrich dem Weisen an den sächsischen Hof nach Wittenberg berufen. Dort lebte er 40 Jahre lang. Ein Glücksfall oder Weitblick. Er war Maler-Künstler und Unternehmer. In den Renaissancehöfen Schlossstraße 1 und Markt 4 richtete er eine erfolgreiche Malerwerkstatt ein, betrieb eine Druckerei, in der auch Martin Luthers Bibelübersetzung erschien. Er managte aber auch die Wittenberger Apotheke und er erwarb sogar die Erlaubnis zum Wein- und Bierausschank. Er gehörte weiterhin dem Rat der Stadt an und amtierte ab 1537 mehrmals als Bürgermeister. Später stieg sein Sohn, Lucas Cranach der Jüngere in die Malerwerkstatt ein. Gemeinsam arbeiteten sie am Reformationsaltar für die Stadtkirche St. Marien und an anderen Kunstwerken. Eine intakte Vater-Sohn-Beziehung.
Unsterblich wurde er jedoch durch seine Bilder, Portraits von Kurfürsten und Pfarrern. Er hatte den Geschmack seiner Generation entdeckt.
Nun darf man nicht denken, man könne hier die Welt des 16. Jahrhunderts entdecken. Die Häuser wurden vielfach verändert, umgebaut und restauriert. Also nichts Authentisches? Vielleicht stammt der Pflasterstein auf dem man steht noch aus der Cranach-Epoche.
Man kann sich bewirten lassen im Eck-Café und in Ruhe über die Geschichte nachdenken. Man kann Souvenirs kaufen und einen Malkurs belegen.
Dass es all dies gibt ist einer Bürgerstiftung zu verdanken, der Cranach-Stiftung (seit 1989). Sie hat sich um eine behutsame Sanierung der Cranach-Häuser bemüht. Das war dringend notwendig, denn die DDR-Behörden haben die Häuser und Höfe verkommen lassen. Sie boten einen trostlosen Anblick. Die Stiftung schafft auch die notwendige Öffentlichkeit. Und sie organisierte viele kulturelle Veranstaltungen. Cranach wäre sicherlich gerne aufgetreten.

Die Cranachgebäude befinden sich in zentralster Lage. (Schlossstraße 1 und Markt 4). Schon daran zeigt sich das unternehmerische Gespür der Cranach-Dynastie. In Hof der Schlossstraße 1 befindet sich ein nettes Restaurant, in dem gerne verweilen kann.

Hinterlasse eine Antwort