Wittenberg Melanchtonhaus (2)

Wittenberg: Melanchthonhaus

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Wo Melanchton lebte

Das Renaissancehaus zählt zu den schönsten Bürgerhäusern in der Stadt: Wohnhaus von Philipp Melanchthon. Es erzählt uns eine Geschichte. 1518 wurde Melanchthon in Wittenberg zum Professor berufen. Damit hatte er eine sichere Existenz und konnte heiraten. Dies geschah am 25. November 1520. Die Auserwählte hieß Katharina Krapp. Es handelte sich bei dieser Ehe – wie dies für die damalige Zeit üblich war – um eine reine Vernunftehe, aus der dann vier Kinder hervorgingen. Die beiden zogen in ein Haus in der Collegienstraße 62. Es muss aber nicht sehr attraktiv gewesen sein. Melanchthon nannte das halb zerfallene Lehmhaus „Bude“.
Melanchton: Wäre er nicht gewesen, wäre die Reformation wie ein Strohfeuer in sich zerfallen. Er war der starke Organisator hinter Luther. Er schuf die Strukturen und er konnte ausgleichen, wo Luther viel zu emotional agierte.
16 Jahre lebte er in der Bude. Luther lebte schon lange in seinem komfortablen „Lutherhaus“. Melanchthon war nur Bude-wert. So beschloss er 1536 aus Wittenberg fortzuziehen. Nun erst erbaute man ihm auf Kosten des Kurfürsten, in diesen Tagen Johann Friedrich I. mit dem Beinamen „der Großmütige“ und der Universität auf dem Grundstück ein Haus. Es wurde ein dreigeschossiges Gelehrtenhaus mit dem großen anschließenden Garten. Aus diesem Grund blieb Melanchthon in Wittenberg, denn der Besitz des Hauses bescherte ihm auch das uneingeschränkte Bürgerrecht. Und das Anwesen hatte noch einen ganz besonderen Luxus: ein Rohrwassersystem über das er bereits 1556 fließendes Wasser im Haus verfügte. Hier wohnte er bis zu seinem Lebensende 1560.
Sein Leichnam wurde, wie auch Luthers „gleichberechtigt“ in der Schlosskirche beigesetzt.
Auf ein Melanchthon-Museum mussten seine Fans lange Zeit warten. Erst seit 1967 gibt es das Museum, das vom Leben und Wirken Melanchthons berichtet. Hier steht der Humanist im Vordergrund.

Auf dem Nachbargrundstück wurde Anfang 2013 ein moderner Neubau eröffnet. Auf 600 m² Ausstellungsfläche informiert eine Ausstellung über den Reformator: Collegienstraße 60

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