Leisnig Kloster Buch (10)

Kloster Buch bei Leisnig, eine Neubelebung

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Gleich vorweg: Es gibt keine Aussage, ob Luther je im Kloster Buch gewesen ist.
Dennoch ist das Klosterschicksal mit der Reformation verbunden.
Eine Gründungsurkunde gibt es nicht. Die erste Dokumentation stammt aus dem Jahr 1192. Gründungsvater war wahrscheinlich Burggraf Heinrich I., eine Zisterzienser-Klostergründung auf leerem und wüstem Grund. Auf den Fundamenten einer slawischen Siedlung aus der Vergangenheit vielleicht.
Das Kloster wurde großzügig erbaut. 70 m ist das Kapitelhaus lang. Es lebten einst wohl mehr als hundert Mönche im Kloster.
Es wurde vom Burggrafen von Leisnig reich ausgestattet, Ländereien, Siedlungen, Wälder… In Blütezeiten gehörten 52 Dörfer dem Kloster, eine ganze Reihe von Wirtschaftshöfen. Sogar die Stadt Belgern und die dortige Elbfähre.
Im 13. Und 14. Jahrhundert hatten die Markgrafen von Meißen das Sagen. Das Kloster war hoch angesehen, der Abt hatte eine ganze Reihe von Vorrechten. Man dominierte das Geschehen im weiten Umland. Durchaus erwähnenswert, dass in der klösterlichen Stadt Belgern 1486 eine Ordensschule der Zisterzienser gegründet wurde, wo sich junge Mönche auf das Studium vorbereiten konnten, insbesondere auf die Lehren der Zisterzienser.
Als der letzte Abt 1525 starb, wurde das Kloster aufgelöst, denn in der Zwischenzeit hatte die Reformation das Land heimgesucht. Im benachbarten Leisnig war man schon lange lutherisch. Nun wurde das Kloster Agrargut. Die Gebäude verfielen, die mittelalterliche stattliche Kirche stürzte teilweise ein. Ein kleiner evangelischer Kirchenraum wurde in den Ruinen eingerichtet, nunmehr als Gutskirche benannt.
Von 1550 bis 1948 war das Kloster Buch Landesschulgut und gehörte der Fürstenschule in Grimma (wie übrigens auch das Kloster Nimbschen). Ab 1945 wurde das Ex-Kloster ein Volkseigenes Gut. Mit dem Namen „August Bebel“.
1994 stellte das Gut die landwirtschaftliche Produktion ein.
Im Jahr 2000 begann eine neue Zeit. Ein Fördervereins Kloster Buch e.V. übernahm das Gut und die Verantwortung. Man gestaltete die Anlage um in ein kulturhistorisches Zentrum.
Heute finden im Kloster zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Renner sind die monatlichen Bauernmärkte und das Kloster- und Erntedankfest.
Man kann heute über das Gelände streifen. Beeindruckend das Kapitelhaus mit mehreren Nebengebäuden. Natürlich die mittelalterliche dreischiffige Basilika mit Querschiff, auch die Reste beeindrucken noch. Mit etwas Fantasie kann man noch die alte Macht und Größe der Anlage erkennen. Und im Klosterladen, in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden, kann man einkaufen und vielleicht ein Schnäppchen machen.

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