Leipzig Thomaskirche (20)

Leipziger Lerchen

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Man muss dies einfach berichten.
Vor langer, langer Zeit labten sich die Europäer an Singvögeln. So auch die Leipziger. Insbesondere Lerchen galten als Delikatesse. Die Region um Leipzig herum war jahrhundertelang ein Hauptfanggebiet. Und die Leipziger waren berühmt darin, die Lerchen bestens anzurichten. Rezepte gab es viele, im 18. und 19. Jahrhundert gab es in jedem bekannten Kochbuch eine Rubrik „Leipziger Lerchen“.
Ob die Familie zuhause oder in einer Gaststätte, die Lerchen wurden gebraten, wie Rouladen zusammengebunden, mit Kräutern und Eiern gespickt, dann gebacken oder als Pastete verarbeitet. Da die Lerchen klein und zierlich sind, benötigte man schon eine gewisse Anzahl zum Sattwerden.
Im 19. Jahrhundert entstand eine Tierschutzbewegung und plötzlich schmeckten die Lerchen den Leipzigern nicht mehr so richtig. Nicht allen natürlich. Der sächsische König Albert I verbot die Lerchenjagd im Jahr 1876. Aus.
Angeblich erfanden die Bäcker, die bisher die Lerchen zubereitet hatten die Teig-Lerchen. Wenn kein Fleisch, dann wenigstens Süßgebäck. Die Lerchen zwitscherten belustigt.
Die Form hat sich zwar im Laufe der Zeit gewandelt. Das Gebäck selbst und seine Name haben sich schon über hundert Jahre erhalten. Die Teigstreifen sollen, so sagt man, die Schnüre symbolisieren, mit denen die Lerchen einst gebunden waren.
Die besten Lerchen bekommt man in der „Conditorei Kandler“ gleich neben der Thomaskirche. Vielleicht auch woanders.

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