Leipzig Thomaskirche (15)

Leipzig: Thomaskirche

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Wo sich Bach und Luther eine Kirche teilen

Eigentlich sind Thomaskirche und Bach eine Einheit. Steht der große Musiker doch draußen auf dem Platz. Aber es gibt auch engste Beziehungen zu Luther: Am 27.6.1519 begann in Leipzig die Disputation mit einem Gottesdienst. Luther predigte in der Thomaskirche. Mit seiner Pfingstpredigt in der Thomaskirche am 25.5.1539 führte Martin Luther die Reformation in Leipzig ein. Im Inneren der Kirche erinnert eine Bronzetafel an dieses bedeutsame Ereignis.
Die Thomaskirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. An dieser Stelle wurde 1409 die Universität Leipzig gegründet. Zwischen 1492 und 1496 erhielt sie die Gestalt einer spätgotischen Hallenkirche. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt erst 1702 erhielt, hat sich seitdem an der Architektur der Thomaskirche nicht viel geändert.
Hier singt seit fast 800 Jahren der Thomanerchor, die älteste (1212) kulturelle Einrichtung der Stadt. 800 Jahre musica sacra überdauerte alle politischen und religiösen Auseinandersetzungen. Wichtigster Kantor war Johann Sebastian Bach (1723 bis 1750). Es ist auch ihm zu verdanken, dass die Thomaskirche ein Zentrum protestantischer Kirchenmusik wurde.
So präsentieren sich die Maße der Thomaskirche heute: Insgesamt 76 Meter lang, 25 Meter breit und 18 Meter hoch. Das Dach verfügt über sieben Ebenen, der Turm ist 68 Meter hoch.
Kunstwerke, ihrer gibt es viele. Man sollte sie in Ruhe betrachten.
Nur eines: die Fenster auf der Südseite des Langhauses. Die Auswahl ist auffällig. Portraits, die den Leipzigern anscheinend viel bedeutet haben: (von Ost nach West) Gedächtnis-Fenster für die Gefallenen des 1. Weltkrieges; König Gustav II. Adolf von Schweden; Johann Sebastian Bach; Martin Luther mit Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen und Philipp Melanchthon; Felix Mendelssohn Bartholdy; Kaiser Wilhelm I. und schließlich 2009 das Friedens-Fenster.

Die Thomaskirche befindet sich mitten in der Stadt: am Thomaskirchhof. Gegenüber befindet sich die Konditorei und Café Kandler. Besonderheit sind die Leipziger Lerchen. Bis 1876 wanderten jährlich Hunderttausende der Singvögel in die sächsischen Kochtöpfe. In den sächsischen Kochbüchern kann man eher von köstliche Teig-Teilchen lesen.

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