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Leipzig: Thüringer Hof

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Orte, Personen

Wo Luther dinierte und übernachtete

Im Herzen Leipzigs, wenige Meter von der Thomaskirche entfernt, befindet sich der Thüringer Hof, erkenntlich an der fröhlich wirkenden Gambrinusfigur an der Hausecke, den großen schmiedeeisernen Kandelabern und dem historischen Eingangsportal.
Dr. Heinrich Schmiedeberg, der die altehrwürdige Gaststätte bis 1515 besaß, war ein Freund von Luther, kein Wunder, dass Luther häufiger in diesem Haus nächtigte.
Dies soll ein Lutherbrief von 1520 beweisen, in dem Martin Luther seinem Freund Spalatin mitteilt, dass ihm Dr. Heinrich Schmiedeberg in seinem Testament 100 Gulden vermacht habe. Das Original des Briefes ist leider 1943 bei dem großen Bombenangriff zerstört worden.
Wie auch immer. Man verstand schnell, Luther zu vermarkten: 1933 wurde das Pflugkschen Freyhauses in die Gaststätte mit integriert und aus einer kleinen Lutherstube entstand die Lutherhalle.
So nehmen die Besucher Platz unter Kreuzgewölben, Kronleuchtern, sehen auf Lutherabbildungen in den Glasfenstern und gedenken beim Luthermal an den Reformator. Dieses beginnt mit einer deftige Schlachtfestsuppe mit Fadennudeln, gefolgt von einem Eisbein mit hausgemachtem Sauerkraut und Erbspüree und endet mit einem Bratapfel in Weißwein gedünstet. Wohl bekomm`s.
Nicht weit entfernt befindet sich Auerbachs Keller. Seit 1525 werden hier Gäste verköstigt. Der Gründer Heinrich Stromer von Auerbach, war im 16. Jahrhundert einer der aufgeklärten fortschrittlichen Menschen Leipzigs und ebenfalls ein Freund Luthers. Auch bei Stromer dinierte Luther, aber nicht in den heutigen Räumlichkeiten. Die entstanden nach Luther.
Festzustellen ist: In Leipzig gab es genügend Feinde, die Luthers Tod wollten. Deshalb quartierte sich Luther immer bei seinen Freunden ein. Außerdem war Luther ein Freund von gutem Essen und Trinken. Da boten sich Wirts-Freunde an. Aber Achtung: Nicht alles, was heute als Luthermahl angeboten wird ist authentisch.

Der Thüringer Hof befindet sich in der Burgstraße 19, Auerbachs Keller in der Grimmaische Straße 2-4, beide Gastwirtschaften im unmittelbaren Zentrum. Sie eignen sich gut für eine Besichtigungs-Rast.

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