Leipzig Nicolaikirche ( 3)

Leipzig: Nikolaikirche

Kommentare 0
Orte

Wo die Leipziger Mut-Kirche ist
Die Nikolaikirche ist die Friedenskirche. Da verblassen selbst Luther und Bach zumindest ein bisschen. Aber sie könnten gut die Friedensväter sein.
Die Nikolaikirche ist eine Mut-Kirche. Schon 1165 mussten die Bürger Mut aufbringen als sie in Folge der Verleihung des Stadt- und Marktrechtes an Leipzig den Bau der Kirche beschlossen und sie dem Heiligen Nikolaus weihten. Der Heilige Nikolaus gilt als Schutzpatron der Handelsleute und Reisenden.
Ursprünglich natürlich romanisch, dann spätgotische Hallenkirche. Als die Reformation 1539/40 Leipzig erreichte wurde der mutige Pfarrer Johannes Pfeffinger in St. Nikolai als erster Superintendenten der Stadt eingeführt.
In den Jahren 1723 -1750 sorgte Johann Sebastian Bach mit Mut für eine lebendige und unkonventionelle kirchenmusikalische Ausgestaltung der Gottesdienste
Die im Jahr 1998 aufgestellte Bachstele in der Nähe des Eingangsbereichs erinnert an das Wirken des Komponisten.
Mut auch für Großprojekte: Die von dem Weißenfelser Orgelbaumeister Friedrich Ladegast gebaute Orgel wurde im Jahr 1862 geweiht. Mit 6804 Pfeifen, 103 Registern und fünf Manualen ist sie die größte Kirchenorgel Sachsens.
Mut benötigte auch die „Offenen Kirche“. Seit 1982 wöchentlich montags 17 Uhr mit den Friedensgebeten. Schließlich ab Herbst 1989 die gewaltfreien Montagsdemonstrationen, die zum Zusammenbruch des DDR-Staates und zur Einheit Deutschlands führten. Ohne Krieg: Ein Wunder biblischen Ausmaßes.
Mut für neue Energiekonzepte: Der Kirchenvorstand von St. Nikolai hatte 1999 beschlossen, die nötige Rekonstruktion des Süddaches des Kirchenschiffes mit dem Einbau einer Solarstromanlage zu verbinden und damit von dieser berühmten Kirche aus ein deutliches Signal zur Nutzung erneuerbarer Energien zu setzen.
Bleibt schließlich noch die Frage zu stellen, warum die Lutherkanzel so heißt, obwohl Luther nie auf ihr stand?
Die Nikolaikirche befindet sich mitten in der Stadt: Nikolaikirchhof 3.
Der Osterlichtbaum „Gesprengte Fessel“ (Ostern 1995) im Mittelgang der Kirche erinnert an die Ereignisse von 1989. Ein weiteres Symbol für Frieden und Versöhnung stellt das 1996 der Kirchgemeinde verliehene Nagelkreuz von Coventry dar.

Hinterlasse eine Antwort