Gotha. Augustinerkloster ( 2)

Gotha: Augustinerkloster

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Wo Luther sein erstes Testament verfasste

Gotha, die ehemalige Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha kann sich zurecht auch als Luther-Stadt profilieren.
Martin Luther besuchte Gotha mehrfach und diktierte hier sein erstes Testament.
Ein Gebäude, das sehr eng mit ihm in Verbindung zu bringen ist, ist das ehemalige Augustinerkloster. 1258 wurde das Kloster das erste Mal urkundlich erwähnt. Damit ist es älter als das vielleicht berühmtere Augustinerkloster in Erfurt.
Der bis heute erhaltene Kreuzgang, der Kapitelsaal und die Sakristei stammen vermutlich aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Das war auch die Blütezeit des Klosters. Martin Luther hielt sich in den Jahren 1515 und 1516 als Mönch zu einer Inspektion im Kloster auf. Aber auch als Reformator predigte er während seiner Reise zum Reichstag nach Worms in der Augustinerkirche.
Erster Superintendent nach der Reformation wurde Friedrich Myconius. Ursprünglich Franziskanermönch setzte er sich mit dem Gedankengut Martin Luthers auseinander und wurde überzeugter Anhänger der neuen Lehre. Dafür bestraften ihn die Franziskaner mehrmals. 1524 gelang ihm die Flucht aus dem Kloster. Auf Luthers Empfehlung wurde Myconius als Prediger nach Gotha berufen. Er organisierte die Gemeinde neu und kümmerte sich besonders um das Schulsystem. Er gründete eine Lateinschule, aus der später das Gymnasium hervorging.
Er setzte die Reformation in Gotha in all ihren Facetten durch. Wichtig waren ihm Mäßigung und Geduld, aber auch Gehorsam gegenüber der Obrigkeit. Nur anderthalb Monate nach dem Tod Luthers, starb Friedrich Myconius im Alter von 55 Jahren in Gotha.
1989 waren Kloster und Kirche Zentrum der Friedensgebete und Ausgangsort der friedlichen Demonstrationen in Gotha.
Seit 2009 ist das Kloster Begegnungszentrum der evangelischen Kirche. Es steht Pilgern und Gästen aus nah und fern offen; eine ansteckende Atmosphäre prägt das Gäste-Kloster-Leben.

Das Kloster befindet sich am Klosterplatz 6. Das ist ziemlich genau in der Stadtmitte. Das Begegnungszentrum ist ein guter Platz zum Übernachten und Ausgangspunkt für die Stadtbesichtigung.

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